In vier Stunden von München nach Berlin – oder „Wie werden Großprojekte für Kunden attraktiv?“

04. Dezember 2017

Unter diesem Motto trafen sich am 21. November 2017 rund 30 Mitglieder der Landesgruppe Bayern und der Fachgruppe Mobilität in der Münchner Niederlassung der Deutschen Bahn, um sich über die Kommunikationsstrategien zur Hochgeschwindigkeitstrasse nach Berlin und der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in der Landeshauptstadtzu informieren. Der Besuch der Betriebszentrale im Anschluss brachte nicht nur aufschlussreiche Erkenntnisse über das Informations- und Störungsmanagement der DB in Bayern, sondern auch die Erkenntnis, dass Mathematik der 8.Klasse für den einen oder anderen doch schon sehr lange zurück liegt…
 
Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel begrüßte die BdP-Mitglieder und stellte zu Beginn die wichtigsten Eckpunkte des größten Verkehrsprojekts seit der Wiedervereinigung vor 27 Jahren dar: der Hochgeschwindigkeitsstrecke München-Berlin. Ab 10. Dezember 2017 rollen die ICE-Züge in unter 4 Stunden zwischen beiden Großstädten hin und her und verändern damit den Wettbewerb mit dem Flugzeug und dem Autoverkehr. Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Ausführungen über die Kommunikationsmaßnahmen zu dem neuen Schienenweg, der laut Josel zu einer Verdoppelung des Marktanteils auf dieser Verkehrsverbindung führen soll. Ausgerechnet Formel-1- Weltmeister Nico Rosberg prägt als Markenbotschafter die groß angelegte TV- und Online-Kampagne, in der er in einem Wettlauf dreifach gegen sich selbst antritt.
 
Konzernsprecher Michael-Ernst Schmidt und sein Team präsentierten im Anschluss die Kommunikationsstrategie der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München anhand vieler praktischer Beispiele. Wie ein komplexes Großprojekt für die Öffentlichkeit verständlich und anschaulich kommuniziert und das Interesse der Bevölkerung nachhaltig geweckt wird, darüber konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Kommunikationsexperten diskutierten. Dieses Projekt ist für die Deutsche Bahn nicht nur eine große logistische, sondern auch eine enorme kommunikative Herausforderung. Ziel der DB ist das Einbinden aller Stakeholder einschl. der Bevölkerung von Anfang an.
 
Nach der Theorie folgte die Praxis. Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in den laufenden Betrieb der Betriebszentrale der DB Bayern. Anhand vieler bunter Grafiken steuern die verantwortlichen Disponenten die Fahrpläne und managen Störungen über das  6000 km lange Schienennetz im Freistaat. „Das System ähnelt mathematischen Grundsätzen aus der 8.Klasse“, erklärt Michael Ernst- Schmidt den mitunter erstaunten BdP-Mitgliedern. An manchen Tagen mag das hektische Treiben in der Betriebszentrale in München der Frankfurter Börse kaum nachstehen – nur wer hier die Übersicht behält, wird im Zeitplan bleiben.
 
Text: Edith Petry