Frischer Wind für Wiesbaden

17. April 2019

Um saubere Luft, die Lebensqualität in Innenstädten und nachhaltige Mobilität ging es am 12. März bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland und der Fachgruppe Politik und Verwaltung in Wiesbaden. Dabei erfuhren die Teilnehmenden aus erster Hand von Andreas Kowol, Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr, mit welchen Maßnahmen die hessische Landeshauptstadt als erste Kommune die Klage zum Dieselfahrverbot abwenden konnte.
 
Zum Sofort-Paket gehören unter anderem die Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs, des Radverkehrs und der E-Mobilität. Ziel ist es zudem, den Verkehr aus dem Kernbereich der Stadt herauszubringen. 66.000 Autos fahren täglich über den ersten Ring. Insgesamt hat die Stadt über 50 verschiedene Maßnahmen auf den Weg gebracht. „Wiesbaden ist eine autoaffine Stadt“, sagte Kowol, der Bewohner kennt, die ihr Auto zwei bis drei Wochen nicht bewegen, weil sie Angst haben, ihren Parkplatz zu verlieren.
 
Michael Volkmer von der Agentur Scholz & Volkmer stellte die einzelnen Maßnahmen der Kommunikationskampagne vor, unter anderem Illustrationen, die die Agentur gemeinsam mit der Plakatkünstlerin Teresa Sdralevich gestaltet hat und die die Botschaft auf eine humorvolle Ebene heben. Weitere Bausteine: Eine Pressekonferenz in der Ringkirche, City-Light-Plakate mit Informationen zu den aktuellen Stickstoffdioxid-Werten, die App Stadt-Luftanzeiger, Social Media, Postkarten, Plakate, Bierdeckel, ein Faltblatt sowie ein Kampagnenfilm mit einem Poetry-Slammer. Ziel: Bürger sensibilisieren, durch weniger Autoverkehr zu besserer Luft beizutragen und Akzeptanz für Infrastrukturmaßnahmen der Stadt schaffen. Vorbildlich: Die Kampagne wird auch anderen Städten zu einem geringen Budget im Sinne einer Gemeinwohlstrategie angeboten.
 
„Auch als Arbeitgeber kann man etwas zur Verkehrswende beitragen“ appellierte Michael Volkmer an die 30 Teilnehmer des Events. „Wir schenken unseren Mitarbeitern einen zusätzlichen Urlaubstag, wenn sie 80 Tage im Jahr mit dem Rad zur Arbeit kommen.“
 
Download der Präsentation (PDF)
 
Mehr Informationen zu der Kampagne finden Sie hier.
 
Text: Bettina Schmidt
Bild: Scholz & Volkmer