Kommunikationsmanagement 4.0

Der Beruf des Presse-/Kommunikationsverantwortlichen ist rasanten Veränderungen unterworfen. Waren Sprecher früher vor allen Dingen Sprachrohr und Berater des Managements mit einem engen persönlichen Draht zu den Medien, so müssen sie heute vor allem als Kommunikationsmanager die Steuerung der Kommunikation über alle Kanäle und Zielgruppen im Blick haben.
 
Hintergrund dieser Veränderung sind die Onlinemedien und die Digitalisierung, durch die Informationen schneller und unabhängiger als je zuvor Verbreitung finden. Jenseits der Verbreitung über klassische Medien und Fachjournalisten gibt es heute viele weitere essentielle und relevante Multiplikatoren oder Plattformen, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit beachtet und bedient werden sollten.
 
Kommunikationsmanager müssen daher je nach Kommunikationsziel die relevanten Kanäle und Multiplikatoren identifizieren und in ihre Kommunikationsplanung einbinden. Da Onlinemedien je nach ihrer Eigenart unterschiedliche Anforderungen an die Art der Kommunikation mit sich bringen, ist es wichtig, die Informationen entsprechend aufzubereiten, z.B. mit Hilfe von Infografiken oder durch sinnvolle Verkürzung der Inhalte. Durch die zunehmende Spezialisierung in diesem Bereich entstehen neue Berufsprofile.
 
Inhalte und Botschaften werden also in veränderter Form über neue digitale Kanäle distribuiert. Social Media sind interaktiv. Im besten Fall wird dieser „content“ durch die Nutzer geteilt, neudeutsch „geshared“. Aus diesem Grund muss sich die Unternehmenskommunikation in den unterschiedlichen Feldern der medialen Kommunikation entsprechend aufgestellen.
Häufig wird für diese ganzheitliche Betrachtung das PESO-Modell (Paid - Earned – Shared – Owned Media) herangezogen.
 
Doch nicht nur die Medien und Verbreitungswege haben sich verändert. Der Bereich Kommunikation rückt heutzutage viel stärker mit Arbeitsfeldern wie Marketing, Personal und Vertrieb zusammen. Im Idealfall gelingt es, die Kommunikation und die Aktivitäten in diesem Bereich aufeinander abzustimmen und miteinander zu verzahnen.
 
Gleichzeit kann jeder Mitarbeiter auch zum Botschafter für das Unternehmen werden. Aus diesem Grund muss die Kommunikation über die reine Produktkommunikation hinausgehen. Für den Kommunikator bedeutet dies, dass er in starkem Maße auch übergreifende Fähigkeiten mitbringen muss: Er muss zum Befähiger für andere werden.
 
Der BdP hat deshalb ein Kompetenzprofil für Kommunikatoren entworfen, das die vielfältigen Fähigkeiten abbildet.