Nominierte 2017

Politik/Verwaltung

Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main

Die Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main ist Interessensvertretung für handwerkliche Betriebe und setzt sich für ein positives Image des Berufsbildes und für die Weiterbildung seiner Mitglieder ein. Dabei ist die Kammer in diesen Bereichen einigen Wettbewerbern ausgesetzt, die weitaus mehr Budegtspielraum haben.  Ziel der neuen Kommunikationsstrategie ist es, mehr Durchschlagskraft für das Handwerk in der Region zu schaffen und handwerkliche Betriebe als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Zudem sollten die Leistungen der Kammer herausgestellt und die Kammer als aktiver Akteur am Wirtschaftsstandort verankert werden. Mit der Kampagne „Erleben und Mitgestalten“ wurde die klassische PR-Arbeit durch innovative Veranstaltungsformate sowie  Bewegtbild- und Social Media-Aktivitäten ergänzt.  Zusätzlich wurden die Zielgruppen, Mitglieder, Fachgremien und Mitarbeiter in den Leitbildprozess durch emotionales Storytelling involviert. Die Früchte der Strategie machen sich vor allem im Image bemerkbar: Das Ansehen des Berufsstandes ist laut Forsa-Umfrage um 10 % gestiegen.

Klinikum Dortmund gGmbH

Das Klinikum Dortmund ist im Ballungsraum Ruhrgebiet dem Wettbewerb um Patienten im  medizinischen Versorgungsbereich ausgesetzt. Zudem ist der Platz in regionalen Medienformaten rar, da viele Tageszeitungen und Medienangebote wegrationalisiert wurden.  Das Krankenhaus hat daher eine medienwirksame Erweiterung seines Angebotes initiiert: Mit der Sprechstunde 2.0 setzt das Klinikum auf Live-Experten-Chats via Facebook und Instagram. Das Format liefert zunächst fachlichen Input durch ärztliches Fachpersonal und gibt anschließend die Möglichkeit, live Fragen zu stellen. Die Kommunikationsabteilung hat aus der Not eine Tugend gemacht und erreichte mit der Aktion bereits über eine Million Menschen, bei geringem Einsatz von Mitteln.

Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie

Im Zuge eines neuen Strategieprozesses hat das Helmholtz Zentrum sein wissenschaftliches Profil geschärft und seine Kommunikationsstrategie neu justiert. Das Kommunikationskonzept wurde durch mehrstufige Workshops mit den Mitarbeitern und der Geschäftsführung konzipiert. Die Definition zielgruppenspezifischer Kernbotschaften bildete die Grundlage des Konzeptes und eines Maßnahmenkataloges. Dadurch gelang es, auch teilweise trockene und nicht einfach verständliche Inhalte unmissverständlich zu kommunizieren. Eine Maßnahme, die sich aus den Workshops ableitete, ist die Kampagne zum „Zukunftsstandort Wannsee“, die das Helmholtz-Zentrum als innovationsträchtigen Standort für Energie-Material-Forschung hervorhebt. Durch regelmäßige Monitorings und Befragungen wurde regelmäßig der Wirkungsgrad der Maßnahmen gemessen:  Durch Veranstaltungen, Bewegtbild, strategische Kooperationen und Einbindung von Journalisten erhöhte das Institut seine Reichweite um ein Vielfaches.

Unternehmen

Adidas und Henkel

Anfang 2016 gab adidas Kasper Rorsted, der seit 2008 CEO von Henkel war, als neuen CEO bekannt. Zeitgleich ernannte Henkel das Vorstandsmitglied Hany von Bylen zu Rorsteds Nachfolger. Beide Unternehmen standen vor der Herausforderung, den CEO-Wechsel systematisch, wertschätzend und vor allem mit dem richten Timing zu kommunizieren. Die Kommunikationsabteilungen beider Unternehmen setzten bei der Kommunikationsstrategie auf fachlichen Austausch und arbeiteten eng zusammen. Für beide Unternehmen galt es, sowohl die Reputation des Unternehmens als auch der jeweiligen CEOs zu stärken. Um dies zu erreichen, wurden meinungsführende Wirtschaftsmedien im In- und Ausland als zentraler Kommunikationskanal genutzt. Auch interne Stakeholder wurden durch Onboarding-Maßnahmen integriert, um so Vertrauen innerhalb der Mitarbeiterschaft herzustellen. Die Strategie ging auf: Beide CEOs trugen laut Medienanalysen kontinuierlich zur Reputation beider Unternehmen bei. Beispielslos zeigten die Unternehmen auf, wie in enger Absprache der Kommunikationsabteilungen der Unternehmenserfolg durch einen gelungenen Start der neuen Führungspersonen maßgeblich beeinflusst wird.

DAK-Gesundheit

Mit der Kampagne „schwere(s)los“ thematisiert die Krankenkasse einfühlsam die Krankheit Adipositas. Ziel der Kampagne ist es, Stakeholdern aus Politik und Wissenschaft für das Thema zu sensibilisieren und neue Behandlungsmethoden aufzuzeigen.
Mit Bilder aus einem Fotowettbewerb entstandenen eindrucksvolle Fotoausstellungen. Kombiniert mit einem XXL-Gesundheitsreport wurde das Thema sensibel aufgearbeitet und mit einer mehrstufigen Pressearbeit der Allgemeinheit präsentiert. Mittels bundesweiten Ausstellungsterminen begleitet durch Bewegbtbild, Social Media, neuem Internetauftritt, Hintergrundinformationen und einer eigens geschaffenen Ärzte-Hotline informierte die DAK allumfassend über das Thema. Die Kampagne  erreichte durch gezielte Veranstaltungen auch die Stakeholder, die in der Analyse identifiziert worden waren.  Dass das Thema den Zeitgeist getroffen hat, zeigt auch das begleitende Monitoring: Rund 200 Millionen Menschen wurden durch die Berichterstattung zur Kampagne erreicht.

Deutsche Telekom

In Zusammenarbeit mit internationalen Partnern aus Wissenschaft und Spieleentwicklung realisierte der DAX-Konzern die App „Sea Hero Quest“. Ziel dabei war es, mittels Gamification anonymisierte Daten für die Demenzforschung zu generieren. Während sich der Spieler durch verschieden Levels spielt, wird seine Orientierungsverhalten von der App gespeichert und ausgewertet. Der Launch der App wurde mittels Influencern aus dem Gaming-Bereich, namhafter NGOs, Ansprache von Mitarbeitern in der Wissenschaft sowie einer Kampagne der internen Kommunikation begleitet. Dieser breitgefächerte und kreative  Kommunikationsmix erzielte seine Wirkung: Das Spiel wurde mehr als 3 Millionen Mal heruntergeladen. Insgesamt ergab sich für Sea Hero Quest eine Spielzeit von rund 59 Jahren und es wurden Daten generiert, die etwa 12.300 Jahren herkömmlicher Forschung entsprechen. Ein gelungenes  und wirkungsvolles Projekt, das den Trend der Gamification mit einem wichtigen Beitrag zur Demenz-Forschung verknüpft.

Verbände/NGOs

Sozialverband Deutschland / Landesverband Niedersachsen e.V.

Der Interessensverband für Rentner, Behinderte und gesetzlich Krankenversicherte muss sich im Wettbewerb um Medienaufmerksamkeit mit starken Mitbewerbern messen. Das 100-jährige Bestehen des Verbandes gab dem Verband Anlass  für ein kreatives und umfassendes Kommunikationskonzept. Mit der  Kampagne  „Ein Blick zurück. Und zwei nach vorne“  bespielt der SoVD  mehrere Kanäle mit einer spannenden Zeitreise durch das letzte Jahrhundert. Events, flächendeckende Roadshows, Bewegtbild, Bildband, Webseite sowie eine durchdachte Social Media Kampagne präsentierten den SoVD als Dienstleistungsverband, der stolz auf seine Tradition sein kann. Mittels einer Kombination von internen und externen Kommunikationsinstrumenten erreichte der SVoD eine Zielgruppe, die über die herkömmlichen Adressaten hinausgeht

Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH

Die Wirtschaftsförderung metropoleruhr bündelt die Interessen von 53 Städten im Ruhrgebiet. Die 2015 erschaffene Plattform „Innovationsraum Ruhr“ machte es sich zur Aufgabe,  innovativen Ideen in der Gesundheitsbranche zu identifizieren. Daher initiierten sie einen Innovation Call, an dem Studierende/Absolventen, Start-ups und Unternehmen aus der Kreativbranche eingeladen wurden, ihre Konzepte einzureichen. Der dreistufige Wettbewerbsprozess hatte das Ziel, innovative Lösungen an Unternehmen zu vermitteln und die Region Ruhr als Innovations- und Gründungsstandort sichtbar zu machen.
Zur gezielten Mobilisierung eines jungen Publikums wurden vor allem Social Media Plattformen zur Interaktion genutzt. Das große Interesse an dem Projekt spiegelte sich zudem über die Seitenaufrufe auf die Website des Innovationsraum Ruhr wider.

Kinderkunsthaus gGmbH

Das Kinderkunsthaus in München ist eine Kreativwerkstatt für Kinder und Jugendliche, die dazu ermutigt sich an verschiedenen Gestaltungstechniken auszuprobieren.  Ein Förderprogramm unterstützt sozial benachteiligte Kinder und verbindet somit Jugendliche unabhängig von Alter, Herkunft und Status. Mit einer vielschichtigen Kommunikationsarbeit macht das Kinderkunsthaus auf seine Arbeit aufmerksam. Neben der klassischen Produktion von Flyern und Programmheften wird die Medienarbeit durch gezielte Nutzung von Social Media Kanälen wie Instagram, Facebook und Youtube angereichert. Innovative Veranstaltungsformate,  die von Influencern unterstützt werden sowie kreativen Guerilla-Marketing-Aktionen werden von den Gästen belohnt: 2016 konnte sich das Kinderkunsthaus über  rund 25 Prozent mehr Gäste  freuen. Kommende Events und Ferienworkshops  sind bereits ausgebucht. Einfache Maßnahmen mit großer Wirkung!