Nominierte 2015

Die neun Finalisten für die Auszeichnung „Pressestelle des Jahres 2014“ des Bundesverbands deutscher Pressesprecher (BdP) stehen fest. Die Vorauswahl aus insgesamt 51 Einreichungen traf das Präsidium des BdP zusammen mit ausgewählten Vertretern der Landes- und Fachgruppen. Die Nominierten präsentieren ihre Arbeit am 17. September auf dem Kommunikationskongress in Berlin vor unserer Jury. Diese entscheidet, wer in den drei Kategorien den "Goldenen Apfel" am selben Abend bei der "Speakersnight" überreicht bekommt.

Politik/Verwaltung

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) steht derzeit wie keine zweite Behörde im Fokus der Öffentlichkeit und prägt mit seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit entscheidend den Diskurs um die Themen Flucht und Asyl. Dabei steht das BAMF vor der Herausforderung, schnell mit einem rasanten Anstieg an Presseanfragen und medialer Aufmerksamkeit umzugehen. Die Pressearbeit des BAMF verfolgt vier wichtige Ziele: Sie soll Wissen vermitteln, für eine Willkommenskultur werben, schwierige Themen ansprechen, ohne „Ressentiments“ zu schüren, und das Asylverfahren in Deutschland transparent machen.
Das BAMF ist die einzige Einrichtung in Deutschland, die umfassendes Wissen zu diesen Themen bereithält - dazu trägt unter anderem die behördeneigene Forschungsabteilung bei. Die Kompetenzen und Aufgaben des BAMF wurden in der jüngsten Vergangenheit erweitert und das Bundesamt erstellt in regelmäßigen Abständen Monitorings rund um die Themen Asyl und Migration. Diese Monitorings bilden eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Pressestelle, die sich über verschiedene Kanäle an unterschiedliche Zielgruppen richtet.

Klinikum Dortmund: Change-/Krisen- Communication im Klinikum Dortmund

Der Gesundheitssektor und insbesondere Krankenhäuser stehen derzeit vor großen finanziellen Herausforderungen. Ein Drittel der Kliniken in Deutschland steht vor dem Aus und auch das Klinikum Dortmund war noch im Jahr 2012 davon nicht ausgenommen. Gleichzeitig war auch der Medienmarkt im Ruhrgebiet von Umbrüchen gekennzeichnet, was die Pressearbeit des Klinikums Dortmund vor zusätzliche Schwierigkeiten stellte. Das Konzept „Vom richtigen Ton und neuen Perspektiven“ nahm diese Schwierigkeiten auf und setzte diese in Form von professionell vorproduzierten Inhalten für verschiedene Medienkanäle um. So entstanden spannende Geschichten aus dem Klinikalltag, in denen Ärzte und Pfleger proaktiv in die Medienarbeit eingebunden waren. Erfolgreiche Spendenaktionen, beispielsweise für ein Kinder-MRT-Gerät und das Blutspende-Recruiting, sind nur einige Indikatoren für den Erfolg der Pressearbeit. 2014 war das erfolgreichste Jahr des Klinikums Dortmunds seit 15 Jahren in der Jahresbilanz. Die Pressearbeit des Klinikums Dortmund ist deshalb ein Beispiel für beeindruckende Fortschritte der Medienarbeit, umgesetzt in einem kleinen Team.

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR: Wissen für Morgen

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellt sich in seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit den veränderten Rahmenbedingungen in der Wissenschaftskommunikation. Im Fokus steht die Frage nach dem Nutzen der betriebenen Forschung, gerade im Hinblick auf den großen Wettbewerb um Forschungsgelder. Das DLR informiert interessierte Zielgruppen zudem über Forschungsergebnisse, die über verschiedene Medienformen und -kanäle - von klassisch bis sozial - veranschaulicht werden. Schwerpunktprojekte wie die Reise von Alexander Gerst auf die Internationale Raumstation ISS und die Missionen „Rosetta“ und „Philae“ standen in den vergangenen Monaten zusätzlich im Fokus der Öffentlichkeit. Diese Höhepunkte in der Berichterstattung werden durch das DLR strukturiert durch regelmäßige Informationen und zielgerichtete Kampagnen begleitet und bieten so ein umfassendes Bild der Erkenntnissen aus der Luft- und Raumfahrt.

Unternehmen

Kaspersky Labs GmbH: Duqu 2.0 - Die Story eines Cyberangriffs auf Sicherheitsindustrie und internationale Politik.

Im Frühjahr 2015 entdeckt Kaspersky Lab, dass es Ziel einer hochentwickelten Cyberattacke geworden ist. Die neue Generation von Cyberwaffen greift auch politische Veranstaltungen wie die 5+1 Atomverhandlungen mit dem Iran an. Die Auswirkungen einer Veröffentlichung auf die Unternehmensreputation könnten verheerend sein: Eine IT-Sicherheitsfirma als das Ziel einer Cyberattacke. Mit einer strategischen Herangehensweise und einem geringen Einsatz von Mitteln gelang es Kaspersky Lab, dieser Krise kommunikativ zu begegnen. Im Vordergrund standen dabei Transparenz in der Veröffentlichung von Erkenntnissen zum Cyberangriff, die Schaffung eines Zusammenhangs mit anderen derartigen Cyberattacken und die Wiederherstellung des Kundenvertrauens in das Unternehmen. Während das Interesse an Informationen zu Kaspersky Labs während der Krise spürbar anstieg, bleiben negative  Auswirkungen auf das Kundenvertrauen in die Sicherheitsfirma aus.

Deutsche Telekom AG: Europa fällt zurück - Agenda-Setting am Beispiel der Kommunikationskampagne zur industriepolitischen Positionierung der Deutschen Telekom

Die Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom ist einer sehr weitreichenden, sich ständig wandelnden Themenlandschaft ausgesetzt. Den richtigen Kommunikationsweg für die verschiedenen relevanten Themen richtig zu finden, ist in Zeiten von Social Media komplex. Es gilt dabei, Verbraucher und die Fachpresse gleichermaßen anzusprechen. Um dies zu meistern, wurde die Debatte der Digitalisierung in Deutschland aufgegriffen und der CEO der Deutschen Telekom Timotheus Höttges mit Thema „Europa fällt zurück“ zu einem Gesicht des Konzerns. Durch verschiedene Formen der Medienberichterstattung konnte das Thema der Digitalisierung an Aufmerksamkeit gewinnen und wurde medial prominent platziert. Nicht nur die positiven Rückmeldungen in den Sozialen Medien, sondern auch ein deutlicher Anstieg an Zugriffen auf die Corporate Website belegen den Erfolg der Medienarbeit der Deutschen Telekom.

Adam Opel AG: Potz Blitz! Die Comeback-Story von Opel

Die Pressearbeit der Adam Opel AG hat es sich zum Ziel gemacht, das Image des Konzerns nachhaltig zu wandeln. Kunden, Händler und Mitarbeiter sollen neues Vertrauen in den Autobauer gewinnen. Der Plan „DRIVE! 2022“ bildet in der Medienarbeit den strategischen Rahmen. Darin hat das Unternehmen definiert, wie Opel das Comeback gelingen wird, obwohl der Automobilmarkt in Europa unter starkem Preisdruck steht. Startpunkt dafür war die Einbindung von Dr. Karl-Thomas Neumann als neuem CEO in die Medienarbeit, der insbesondere durch seine Präsenz in den Sozialen Medien zu einem Gesicht der Marke Opel wurde und gleichzeitig Maßstäbe in der Kommunikation von Führungskräften setzte. Der erfolgreiche Wandel im Markenimage zeigt sich dabei vor allem in der Medienberichterstattung über Wirtschaftsthemen. Dies ist ebenfalls ein Resultat dauerhaft guter und zuverlässiger Medienarbeit.

Verbände/NGOs

Industrieverband Agrar e. V. (IVA): "Die Pflanzenschützer"

Der Industrieverband Agrar (IVA) vertritt die Interessen der agrochemischen Industrie, beispielsweise in den Themen Pflanzenschutz und Mineraldüngung. Wo Umwelt- und Gesundheitsthemen überwiegen (Gewässerbelastungen hier, Rückstände in Lebensmitteln dort), ist Krisenkommunikation ein Dauerzustand. Derartige Themen sind schnell verwissenschaftlicht und das Herunterbrechen in einfache Botschaften ist eine ständige Herausforderung. Zusätzlich steht der IVA in ständiger Kritik durch Interessengruppen, welchen sich die Medienarbeit stellen muss. Der IVA hat dabei die Kritik der anderen Stakeholder im Agrarbereich offen und zielführend aufgegriffen und positive mediale Reaktionen, nicht nur in der Fachpresse, hervorgerufen. Auf unterschiedliche Stakeholder geht der IVA nicht immer nur förmlich, sondern auch mit einmal „hemdsärmelig“ ein. Ein Beispiel dafür ist die Initiative „Die Pflanzenschützer“, in der der IVA Landwirte und Menschen im ländlichen Raum mit Argumenten versorgt, um sie so zu Fürsprechern und Botschaftern für sich zu machen. Diese Mischung aus Offenheit und Ideenreichtum macht die Medienarbeit des Industrieverbands Agrar zu einem Erfolg.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden: 6 aus 49. Pressearbeit der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden standen vor der Herausforderung, sechs für sich stehende, aber in dichter Abfolge stattfindende Sonderausstellungen zu kommunizieren, von denen nur eine von vornherein das Potential zu überregionaler Medienwahrnehmung hatte. Die anderen Ausstellungsthemen standen für Pluralität, kulturelle Vielfalt und die wissenschaftliche Leistung des Museumsverbundes und sollten in Deutschland und partiell international bekannt gemacht werden. Der Spannungsbogen war zu halten, jedes Projekt musste zu medialer Leuchtkraft gelangen. Dies erfolgte ohne Outsourcing in einer Stadt, die nicht als überregionaler Medienstandort und dazu mit schlechten Verkehrsanbindungen wahrgenommen wird und deren Ruf durch Pegida zudem beschädigt wurde. Ein kleines Team aus Kommunikatoren schaffte es trotzdem mit einem guten Konzept und einer Mischung aus klassischer Pressearbeit und Strategien in der Social-Media-Berichterstattung eine hohe positive und überregionale Presseresonanz hervorzurufen.

ÖAMTC: Einführung E-Bike Pannenhilfe

Der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) zeichnet sich durch eine dauerhaft starke Pressearbeit aus, die kontinuierlich und für alle Zielgruppen zugänglich über die Arbeit des Clubs informiert. Ein kleines Team kann so messbare Erfolge in der Medienarbeit für sich verbuchen. Der ÖAMTC nutzte beispielsweise erfolgreich ein Projekt, in dem im Wiener Stadtgebiet E-Bikes zur Pannenhilfe eingesetzt wurden. So konnte er sein Image als innovativer Mobilitätsclub festigen und eine passende Antwort auf urbane Mobilitätstrends geben. Mit einem E-Bike als Einsatzfahrzeug kann man die Vorteile im städtischen Verkehr nutzen: keine Staus, weniger Fahrverbote und flexiblere Haltemöglichkeiten beim Fahrzeug des Mitglieds ermöglichen eine rasche Pannenhilfe für alle Fahrzeuge inklusive Fahrräder. 91 Prozent der Mitglieder zeigten sich sehr zufrieden mit dem Angebot der E-Bike-Pannenhilfe.